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Berufsorientierung

Definieren Sie Ihre Potenziale


Ein wichtiger Schlüssel einer erfolgreichen Bewerbung ist die richtige Vorbereitung. Das kostet natürlich Zeit und auch viele Überlegungen. Aber beides wird sich für Sie auszahlen. Für Berufseinsteiger oder Umsteiger ist diese Standortbestimmung fast unverzichtbar. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit. Welche Wünsche, Wertvorstellungen und Ziele haben Sie? Worin liegen Stärken und Schwächen? Wie und wo können Sie Ihre Potenziale am besten nutzen? Eine gute Selbstkenntnis ist wichtig für das Selbstbewusstsein und hilft, sich überzeugend zu präsentieren. Ohne gute Vorbereitung kommen Sie - wie so oft - eben leider nicht aus.

Ihre genaue Selbstkenntnis hat eine wichtige Nebenwirkung: Wenn Sie Ihre Stärken und Schwächen genau kennen, finden Sie eher den Beruf, der zu Ihnen passt und müssen Ihre Entscheidung später nicht revidieren.

Die Produktanalyse Ihrer eigenen Person ist keine einfache Aufgabe. Um die eigene Persönlichkeit, die Frage nach den eigenen Schwächen und Stärken strukturiert zu beantworten, helfen Ihnen vier klassische W-Fragen:


1. Ihr Standort - Wo stehen Sie?
2. Ihre Fähigkeiten - Kennen Sie Ihre Stärken?
3. Traum und Beruf - Den richtigen Job wählen
4. Wie sieht Ihr Idealjob aus? - Was ist Ihnen wichtig?
5. Ziele finden - Was ist jetzt möglich?



 

1. Ihr Standort - Wo stehen Sie?

Wie charakterisieren Sie sich selbst? Sind Sie im Umgang mit Freunden oder Kollegen eher zurückhaltend oder unterhalten Sie gerne die ganze Runde mit den Scherzen und Erzählungen? Bauen Sie Ihren Computer selbst zusammen oder machen Sie lieber alles bei ebay zu Kleingeld? Testen Sie ein Gerät drauf los oder lesen Sie zunächst die Gebrauchsanleitung? Dirigieren Sie beim Umzug lieber die Helfer oder packen Sie kräftig die Kisten an?

Sie wissen es nicht ganz genau? Ein kleiner Test kann Ihnen die richtige Richtung weisen:

 Testen Sie Ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen!

 

2. Ihre Fähigkeiten - Kennen Sie Ihre Stärken?

Es geht nun um Ihre Fähigkeiten. Was können Sie gut oder weniger gut? Welche Leistungen, Erfolge haben Sie bisher erzielt? Ein potenzieller Arbeitgeber wird hierauf achten, denn Sie sollen für ihn künftig ähnliche Erfolge hervorbringen.

Erfolg ist, wenn Sie zum Beispiel
  • eine Aufgabe oder ein Problem gut gelöst haben
  • im Freundeskreis mit Ihrem Wissen und Können weiterhelfen
  • den Anstoß für Verbesserungen gegeben haben
  • ein wichtiges Projekt geleitet haben
  • neue Kunden gewonnen haben
  • sich in einer Ausnahmesituation bewährt haben
  • seit Jahren etwas organisieren
In jedem Lebenslauf lassen sich solche oder ähnliche Erfolge finden.

Was sind Ihre fachlichen Fähigkeiten?

  • aufgrund Ihrer beruflichen Ausbildung
  • aufgrund Ihrer schulischen oder universitären Laufbahn
  • aufgrund Ihrer Berufserfahrungen
  • aufgrund Ihrer Praktikumserfahrungen oder Nebenjobs
  • aufgrund von Fort- und Weiterbildungen
  • aufgrund von Auslandsaufenthalten
  • aufgrund von sonstigem Engagement, Kongressen oder Studien
Listen Sie alle relevanten Punkte auf.

Was sind Ihre stärksten Seiten?

Für die Analyse und Ihre Bewerbung sind Sie auf der Suche nach Ihren Begabungen, Talenten, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Aufgrund welcher Eigenschaften sollte sich Ihr potenzieller Arbeitsplatzanbieter für Sie entscheiden? Klarer Fall - Sie sind gut und können so einiges. Aber worin sind Sie so richtig gut, wo liegen Ihre Stärken? Vergeben Sie Punkte von 0 bis 5!

Ich bin gut im Umgang mit... Menschen:
  • in kommunikativen Dingen
  • zu motivieren oder zu begeistern
  • bedienen, versorgen, pflegen, helfen
  • zu überzeugen oder zu verhandeln
  • zu beaufsichtigen, zu kontrollieren
  • unterrichten, trainieren oder beraten
  • etwas zu verkaufen
  • Dinge oder Menschen schnell richtig einzuschätzen
Maschinen oder Materialien:
  • speziell im handwerklichen Bereich
  • beim Renovieren, Reparieren, Bauen
  • beim Basteln und Handarbeiten
  • im Umgang oder Bedienung von Geräten oder Maschinen
  • in der Lösung von technischen Problemen
  • beim Kochen und Backen
  • Materialien, Stoffe beurteilen, erkennen
  • in landwirtschaftlichen Tätigkeiten
Daten /Zahlen und abstrakten Vorgängen:
  • zu analysieren und interpretieren
  • wo es um Zahlen oder komplexe Berechnungen geht
  • wo Fakten und Daten wichtig sind
  • zu planen und koordinieren
  • wo Strukturierungen oder Systematisierungen erforderlich sind
  • Verbindungen, Zusammenhänge zu erkennen
  • wenn es auf logisches, analytisches Denken ankommt
Ideen, abstrakten und künstlerischen Dingen
  • wenn Einfalls- oder Ideenreichtum gefragt sind
  • wenn es um Phantasie und ¨sthetik geht
  • Projekte auf Umsetzung/Realisierbarkeit prüfen
  • Planungen oder Konzepte zu erstellen
  • künstlerischen Bereichen wie z.B. musizieren, malen, Schauspielerei, Tanz
  • wenn es um (foto-)grafische Aufgaben geht
  • bei der wissenschaftlichen Bearbeitung oder Beobachtung
  • wenn es um volkswirtschaftliche oder juristische Fragen geht

Denken Sie über die einzelnen Tätigkeiten und Gruppen genau nach. Wo liegen Stärken oder Schwächen? Welchen Schluss können Sie aus Ihren positiven Fähigkeiten für Ihre berufliche (Neu-) Orientierung ziehen? Welche Punkte sind nicht oder nur sehr schwach ausgeprägt? Welche Eigenschaften sind für Ihr Ziel von großer Bedeutung? Welche Schwächen können Sie vernachlässigen? Wo liegen demnach Ihre Schwerpunkte?

 

3. Traum und Beruf - Den richtigen Job wählen

Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie sich genügend Zeit nehmen, denn umso zielgerichteter können Sie einen (neuen) Arbeitgeber finden. Auf den ersten Blick scheint die Antwort leicht zu fallen. Bei genauerem Nachdenken werden Sie merken, dass Sie viel eher wissen, was Sie nicht wollen, als dass Sie positiv formulieren können, was Sie sich konkret wünschen. Wie würde Ihr Idealjob aussehen? Was würden Sie am liebsten machen? Worauf kommt es Ihnen bei Ihrem Wunschberuf an? Wer, wie und was passt am besten zu Ihnen?

Bedenken Sie dabei folgende Aspekte:

Arbeitsaufgaben

  • Welche Arbeitsgegenstände oder -inhalte interessieren Sie?
    Möchten Sie vordergründig mit Daten, Zahlen und Fakten arbeiten oder mehr mit technischen Geräten, mit Ideen und Konzepten zu tun haben oder wünschen Sie eher den direkten Umgang und Kontakt mit Menschen?
Arbeitsumfeld
  • An welchem Ort möchten Sie arbeiten?
    In einer Metropole oder in einer Kleinstadt, auf dem Land, im Norden oder Süden oder vielleicht sogar im Ausland?
  • Wie wollen Sie arbeiten?
    Möchten Sie dauerhaft an einem festen Ort oder viel unterwegs sein? Arbeiten Sie lieber im Büro oder viel an der frischen Luft?
  • Mit wem wollen Sie arbeiten?
    Arbeiten Sie lieber in einem festen Team oder ständig mit neuen Menschen? Arbeiten Sie gerne mit Kindern, Erwachsenen oder ¨lteren Menschen? Wollen Sie einen Chef oder lieber selbst Chef sein. Mögen Sie lieber Kolleginnen als Kollegen? Haben Sie kulturelle, soziale oder religiöse Ausrichtungen?
Arbeitgeber
  • In welcher Branche möchten Sie arbeiten?
    Handel, Industrie, Banken oder Versicherungen. Für den Staat oder im kirchlichen Um-feld? In der Dienstleistungs-, Medien- oder Herstellungsbranche?
  • Wo wollen Sie arbeiten?
    Fühlen Sie sich im Groß-Konzern, mittelständigen Unternehmen oder in einem kleinen Familienbetrieb wohler?
  • Welcher Unternehmenskultur spricht Sie an?
    Persönlicher Rahmen, strenge oder flache Hierarchien, formell oder leger?
Arbeitsziele
  • Welche Arbeitsziele wollen Sie verfolgen?
    Was wollen Sie erreichen? Welche Position streben Sie an? Welche Bedeutung wollen Sie erlangen?
 

4. Wie sieht Ihr Idealjob aus? - Was ist Ihnen wichtig?

Die Frage nach Ihren Zielen hängt ganz eng damit zusammen, was Sie sich von einem Wunscharbeitplatz erwarten. Die folgenden Kriterien helfen Ihnen, welche Bedingungen Ihnen bei einem Job absolut wichtig sind und worauf Sie verzichten könnten. Schritt für Schritt erarbeiten Sie sich so ein erstes Profil Ihrer Person und des passenden zukünftigen Arbeitsplatzes - das ist ein hilfreicher Leitfaden für Ihre konkrete Jobsuche und damit bei Ihrer Unternehmensauswahl. Für eine dauerhafte Zufriedenheit sind verschiedene Aspekte wichtig. Anhand der Liste können Sie Ihr individuelles Anforderungsprofil für Ihren Traumjob erkennen.

  • Entscheidungsfreiheit - Wer soll über Ihre Aufgaben und deren Durchführung entscheiden?
  • Stressfreiheit - Wie stark kann/soll der Leistungsdruck sein?
  • Abwechslung - Wie wichtig ist Ihnen ein vielseitiger Job?
  • Selbstverantwortung - Sollen die Arbeitsabläufe vorgegeben sein oder selbst gestaltet werden können?
  • Freie Zeiteinteilung - Wollen Sie Ihren Rhythmus selbst entscheiden oder brauchen Sie starre Arbeitszeiten?
  • Ort - Wie wichtig ist Ihnen der Standort, soll es Ihre Lieblingsstadt sein?
  • Freundschaftliches Arbeitsklima - Legen Sie großen Wert auf ein gutes, umfassendes Verhältnis zu Ihren Kollegen?
  • Tempo - Soll es geruhsam und mit festen Abläufen zugehen oder brauchen Sie ein schnelles, wechselndes Tempo?
  • Ansehen in der Öffentlichkeit - Streben Sie eine bedeutende, imageträchtige Position an?
  • Kreativität - Wollen Sie ständig mit Neuem zu tun haben? Faszinieren Sie permanente Innovationen, Veränderungen oder neue Ideen?
  • Verdienst - Wie wichtig ist Ihnen Ihr Einkommen, Wie viel Geld wollen Sie verdienen?
  • Renommierte Unternehmen - Wie wichtig ist der Bekanntheitsgrad des Unternehmens?
  • Aufstiegschancen - Wie sollen die Chancen sein, schnell aufsteigen zu können?
  • Herausforderungen - Wollen Sie stets mit neuen Problemen konfrontiert werden und immer wieder an die eigene Grenzen stoßen?
  • Routine - Bevorzugen Sie Aufgaben, die sich nach bewährten Regeln erledigen lassen?
  • Teamarbeit - Sind Sie zu Gruppenarbeit wirklich geeignet oder bringen Sie alleine die besten Ergebnisse?
  • Anerkennung - Wie stark brauchen Sie das Lob und die Anerkennung anderer oder messbare Erfolge?
  • Physische Herausforderungen (auch körperlich etwas leisten) - Sie fallen abends gerne erschöpft ins Bett, nachdem Sie tagsüber körperlich gearbeitet haben?
  • Lernen - Es ist Ihnen wichtig, immer wieder Neues hinzuzulernen?
  • Sicherheit - Brauchen Sie das Gefühl, dass Ihr Arbeitgeber Sie auch in zwanzig Jahren noch brauchen wird?
  • Kontakte zu anderen Menschen - Finden Sie den Umgang mit Menschen wichtiger als den ganzen Tag am Computer zu sitzen?
  • Personalverantwortung tragen - Sie übernehmen gerne die Verantwortung, auch für die Leistungen (anderer) Ihrer Mitarbeiter?
  • Risiko - Wie stark ist Ihr Sicherheitsdenken ausgeprägt. Sie riskieren gerne etwas?
 

5. Ziele finden - Was ist jetzt möglich?

Ganz schön viel! Sie haben ein umfassendes Qualifikationsprofil von sich erstellt. Sie wissen genau, was für einen Ausbildungsplatz oder Job Sie suchen. Kurz und gut: Sie kennen Ihr Produkt und sind sich bewusst, was Sie Ihrem potentiellen Arbeitgeber anzubieten haben. Das sind nicht zuletzt Ihre Argumente im Vorstellungsgespräch.

Bringen Sie aber Ihre Erkenntnisse aus den vorangegangenen Fragen auf den Punkt und hinterfragen Sie Ihre Antworten. Beziehen Sie auch andere Personen (Lebenspartner, Freunde, Bekannte) in Ihre Überlegungen ein.

Danach geht es zum nächsten Schritt, den passenden Arbeitgeber zu finden und den Personalverantwortlichen mit aussagekräftigen Unterlagen und einem guten Auftritt zu überzeugen, dass Sie mit Ihren Fähigkeiten genau der oder die Richtige sind.



In Kooperation mit dem
Büro für Berufsstrategie