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Jobsuchstrategien

Wege zum Job


Ohne eine vernünftige Strategie erobert fast niemand seinen Wunscharbeitsplatz - weder früher noch heute. Bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz führen zwar nicht alle Wege zum Traumjob, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihr definiertes Ziel erreichen können. Zunächst stellt sich die Frage, wo und wie Sie Ihre Suche beginnen?

Hier ein Überblick über die verschiedenen Jobsuchstrategien:


1. Personaler-Latein - Stellenanzeigen richtig verstehen
2. Initiativbewerbung - Bewerbung auf gut Glück
3. Networking - Kontakte als Karrierebeschleuniger
4. Die beste Empfehlung - Sie selbst
5. Stellengesuche aufgeben - Selbst ist der Mann
6. Wer wählt gewinnt - Per Anruf zum Job
7. Zeitarbeit und Personalvermittlung - Der andere Weg



 

1. Personaler-Latein - Stellenanzeigen richtig verstehen

Aus den Stellenangeboten das Richtige herauszufinden ist gar nicht so einfach. Wissen Sie auf Anhieb, dass mit "Executive Secretary" eine Chefsekretärin gemeint ist? Die Kunst, Stellenanzeigen richtig zu interpretieren, ist für eine erfolgreiche Bewerbung entscheidend. Der Aufbau ist meist gleich.

Wer sucht wen, für was, zu welchem Preis?
Inhaltlich gliedern sich Stellenanzeigen in eine Firmenpräsentation (wer sucht?), das konkrete Stellenangebot (für welche Tätigkeit?), die Anforderungen (wen, mit welchen Qualifikationen/ Fähigkeiten?) und eventuell Hinweise auf die Vergütung, Einstellungsdatum, Aufstiegschancen, Arbeitszeiten etc. (zu welchen Bedingungen?). Daneben enthält jedes Stellenangebot die Art der gewünschten Kontaktaufnahme, das heißt der bevorzugten Bewerbungsform (per Post, E-Mail oder Telefon).

Der Kandidat von allen Seiten
Grundsätzlich fordern die meisten Unternehmen von ihren Bewerben inzwischen sowohl die so genannten Hard als auch Soft Skills.

Hard Skills... Zu den Hard Skills oder Hard Facts ("harte" Fakten) gehören z.B.:

  • spezielles Fachwissen
  • eine besondere Berufserfahrung
  • Mitarbeiterführungsverantwortung
  • Auslandserfahrung
  • Sprachen und EDV-Kenntnisse

Daneben lassen sich die Anforderungen in Muss- und Soll-Kriterien unterteilen. "Voraussetzung ist..." oder "Erwartet wird..." bedeutet, dass Ihr Profil möglichst nicht allzu weit vom Geforderten abweichen sollte. "Haben Sie außerdem noch..." hingegen signalisiert deutlich: "Wir bevorzugen Bewerber, die dieses Kriterium erfüllen."

... und Soft Skills

Bei den so genannten Soft Skills ist der Bewerber zunächst auf eine eigene Einschätzung seiner Persönlichkeit angewiesen. Denn die weichen Fähigkeiten lassen sich nur selten im Lebenslauf mit harten Fakten belegen. Zu den Soft Skills ("weiche" Fakten wie soziale Kompetenzen) gehören z.B.:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Motivationstalent
  • Organisationsgeschick
  • Stressresistenz
  • emotionale Intelligenz
  • diplomatisches Geschick
  • Überzeugungsfähigkeit

Die Forderung nach weichen Kriterien gibt Hinweise über den möglichen Arbeitsplatz und beschreibt hierfür erforderliche oder erwünschte Eigenschaften. Als Faustregel gilt: Entspricht das Stellenangebot zu etwa 60 Prozent Ihrem Profil, kann sich die Bewerbung bereits lohnen. Und trotz fehlender Kenntnisse kann diese durch eine gute Argumentation erfolgreich sein.

 

2. Initiativbewerbung - Bewerbung auf gut Glück

Blind-, Direkt-, Kalt oder Initiativbewerbung - gemeint ist immer dasselbe: Sie nehmen von sich aus unaufgefordert Kontakt zu einem potentiellen Wunscharbeitgeber auf. Gut formuliert und ansprechend präsentiert haben Initiativbewerbungen durchaus eine Chance.

Zwischen 15 und 20 Prozent aller Bewerber erobern so einen Job. Vorteil: Sie sind nicht einer von vielen Bewerbern, die Konkurrenz ist deutlich geringer.

Erfolgreich können Sie mit Ihrer Initiativbewerbung sein, wenn Sie eindeutig und überzeugend darlegen, was Sie besonderes zu bieten haben und warum Sie gerade in diesem Unternehmen, in dieser Position arbeiten wollen. Sie müssen vor allem den Nutzen für den Arbeitgeber in den Vordergrund stellen. Auf einen Blick muss schon in der Überschrift oder dem ersten Absatz erkennbar sein, in welchem Arbeitsfeld Sie dem Unternehmen Nutzen bringen können.

 

3. Networking - Kontakte als Karrierebeschleuniger

Gute Beziehungen sind bekanntlich Gold wert. Das gilt natürlich besonders bei der Jobsuche. Nicht in allen Fällen inserieren Unternehmen, um einen neuen Mitarbeiter zu finden. Mehr als 30 Prozent der deutschen Arbeitnehmer kommen durch die Vermittlung von Bekannten und Freunden zu einem neuen Job.

Networking bedeutet Sympathien zu gewinnen, in beruflicher Hinsicht förderliche Kontakte zu knüpfen und auch zu pflegen. Nichts ist Erfolg versprechender als "Vitamin B" (= Beziehungen), um einen besonderen Arbeitsplatz zu erobern.

Nichts ohne Plan - Die Networking-Strategie

Mit der richtigen Networking-Strategie gelangen Sie an wichtige Informationen, Hinweise, Ratschläge und Unterstützung. Ihre beruflichen Chancen stehen gut, wenn Sie eine der maßgebenden Personen Ihres Wunschunternehmens oder jemanden kennen, der jemanden kennt...

Die persönliche Empfehlung setzt natürlich voraus, dass Sie mit den richtigen Leuten bekannt sind. Verfügen Sie noch nicht über solche Beziehungen, dann sorgen Sie dafür, dass diese entstehen - z.B. durch Verwandte, Bekannte, Freunde etc. Überlegen Sie, wen Sie ansprechen könnten. Stellen Sie eine Liste zusammen. Denken Sie an alle Ansprechpartner, auch entfernte Verwandte, an Freunde von Freunden, Ex-Kollegen, frühere Ausbilder oder Vorgesetzte, Eltern von Klassenkameraden Ihrer Kinder, Nachbarschaft.

In jedem Fall gilt: Schauen Sie sich Ihre Liste genau an und suchen Sie zunächst die Leute aus, die Ihnen für Ihr konkretes Vorhaben am geeignetsten erscheinen. Sprechen Sie offen über Ihre beruflichen Ziele und fragen Sie, ob man Sie unterstützen könnte.

 

4. Die beste Empfehlung - Sie selbst

Zurück zu Ihren Kontakten. Was tun, wenn Sie keiner empfiehlt? Ganz einfach: Dann empfehlen Sie sich selbst: Besuchen Sie Fachmessen, Kongresse, Tagungen, Vorträge und versuchen Sie, ins Gespräch zu kommen. Ihr Auftrag lautet: Knüpfen Sie ein möglichst enges Netz aus Kontakten.

Im Laufe der Zeit werden so viele Informationen zusammengetragen, dass Sie sich unmöglich alles merken können. Versäumen Sie es daher nicht, rechtzeitig mit dem Anlegen einer Kartei anzufangen. Schreiben Sie Namen, Adressen, Telefonnummern, Arbeitgeber und Bekannte Ihrer Kontaktpersonen auf.

 

5. Stellengesuche aufgeben - Selbst ist der Mann

Bei AHGZjobs dem Online-Jobportal können Sie kostenlos ein Stellengesuch (Bewerberprofil) aufgeben. Einfach registrieren und den Traumjob finden!

 

6. Wer wählt gewinnt - Per Anruf zum Job

"Weitere Fragen beantwortet Ihnen gerne Frau Anne Marx, Telefon 089 202..." - solche Hinweise dürfen Sie gerne nutzen, um einen ersten persönlichen Kontakt zu einem potenziellen Arbeitgeber herzustellen. Viele Bewerber lassen diese frühe Chance, sich als interessanten Kandidaten zu präsentieren, leider völlig ungenutzt. Nur etwa zehn Prozent aller Jobsucher greifen während der Bewerbungsphase tatsächlich zum Hörer. Mit einem gelungenen Anruf sind Sie schnell im Wettbewerbsvorteil.

Rufen Sie an...

...um Informationen zu erfragen: Sie haben eine Stellenanzeige gelesen, die Sie interessiert. Sie möchten weitergehende Details in Erfahrung bringen oder haben Fragen zu Aufgaben und Anforderungen. Rufen Sie den angegeben Ansprechpartner an oder recherchieren Sie, wen Sie anrufen können.

...um eine Initiativbewerbung zu starten: Sie interessieren sich für einen konkreten Arbeitsplatz in einer bestimmten Firma und wollen vor der Versendung Ihrer Initiativbewerbung klären, ob eine Bewerbung überhaupt sinnvoll ist. Sie fragen bei Ihrem Wunschunternehmen gezielt nach und können dadurch viele Informationen erhalten.

...um nachzufragen: Etwa zwei bis maximal drei Wochen, nachdem Sie Ihre Bewerbung abgesendet haben, gab es weder eine Bestätigung, dass Ihre Unterlagen eingetroffen sind, noch eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Sie rufen an, um sich freundlich - ohne Vorwürfe - nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.

Perfekt am Telefon

  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch gründlich vor, damit Sie in kurzen Sätzen sagen können, was Sie wollen. Überlegen Sie sich anzeigenbezogene Fragen. Formulieren Sie außerdem Ihr Kurzprofil, mit dem Sie den Gesprächspartner neugierig machen und ihn von Ihrem speziellen "Produkt" aus Erfahrungen, Erfolgen und Fähigkeiten überzeugen. Denn wer keine überzeugenden Argumente für die eigene Person liefern kann, hat im Gespräch schnell verloren.
  • Telefonieren Sie von einem ungestörten Platz (weder Telefonzelle auf dem Hauptbahnhof noch per Handy im Café!)
  • Wählen Sie einen guten Zeitpunkt (am Freitagnachmittag oder auch zur Mittagszeit ist es eher ungünstig).
  • Halten Sie den Namen des gewünschten Gesprächspartners bereit sowie Block und Bleistift, um sich Teile des Gesprächs zu notieren.
  • Auch wenn Sie nicht anrufen, sondern zurück gerufen werden, sollten Sie sich immer Ihre Bewerbungsunterlagen zurecht gelegt haben, um so gleich antworten zu können.


In Kooperation mit dem
Büro für Berufsstrategie