Philipp Schlumpp, 20, Koch in Dubai
Einer von 240
Dubai und Shanghai sind derzeit die Orte, an denen Köche ihre Kochkunst ausgeübt haben sollten, wenn sie beruflich vorwärts kommen möchten. Das weiß auch Philipp Schlumpp (20). Seit Mitte Dezember ist er einer von 240 Köchen im Sechssternehotel Madinat Jumeirah in Dubai.
Mit einem unbefristeten Vertrag arbeitet er zurzeit in zwei Funktionen: als Pâtissier (Küchenkonditor) und Saucier (Saucenkoch). Die genaue Tätigkeit steht noch nicht fest. Mindestens zwei Jahre will Schlumpp bleiben, denn „sonst müsste ich einen Teil der Reisekosten sowie Unterkunft und Essen zahlen". Im Hotel fühlt er sich fast wie in Deutschland, denn „viele meiner Kollegen sind deutschsprachig. Der Küchendirektor zum Beispiel ist Deutscher."
Philipp Schlumpp wollte zunächst gar nicht so weit weg. London war sein Ziel. Doch dort ist es kaum möglich, an der Seite von Spitzenköchen zu arbeiten. Zudem sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch und das Gehalt niedrig. Ein befreundeter Koch gab ihm dann den Tipp, nach Dubai zu gehen. Und somit landete er bei der ZIHOGA, der Fachvermittlung für Hotel- und Gaststättenpersonal in der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung. Zuerst hatte sich Schlumpp direkt bei den Hotels beworben, unter anderem auch beim Madinat Jumeirah. Doch er bekam auf seine Bewerbung keine Reaktion. Dann kümmerten sich die ZIHOGA-Vermittler mit ihren weitverzweigten Kontakten darum und kurz darauf erhielt er eine Antwort. Wenig später hatte er die Stelle.
Neben dem Kochen organisiert er Küchenabläufe im spanischen Restaurant des Madinat Jumeirah. Er hofft, dass er dort die Chance erhält, Eis-Skulpturen für die Büfetts herzustellen. Denn diese Technik hat er bei seinem vorangegangenen Amerika-Aufenthalt gelernt. Philipp Schlumpp war Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschafts-Programms, bei dem jährlich jeweils 100 junge Menschen im Austausch Amerika und Deutschland besuchen. Das Programm besteht aus einem Mix aus Arbeiten und Fortbildung am College. Der 20-Jährige kochte im Restaurant eines Golfklubs in Chicago.
Obwohl das Kochen sein Traumberuf ist, sieht Philipp Schlumpp seine Zukunft nicht hinter dem Herd. „So sehr mir der Beruf Spaß macht, so strebe ich doch eine Karriere im Küchenmanagement an", berichtet er von seinen Plänen. Um das zu realisieren, müsse er noch ein paar Jahre im Ausland arbeiten. „Vielleicht gehe ich noch nach Shanghai. Solange ich jung und ungebunden bin, will ich die Welt kennenlernen und mich fortbilden." Sein nächstes Ziel ist der Posten des Sous-Chefs, der Stellvertreter des Küchenchefs. In drei Jahren will er es erreichen.
Mit freundlicher Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit.