Denkmalgeschützt: Im ehemaligen dänischen Gesandtschaftshaus (links) entsteht das Hotel Stue. Viele Bauteile bleiben erhalten. Etwa das Treppenhaus (rechts) Fotos: Hotel
BERLIN. Stue heißt Wohnzimmer auf Dänisch und ist gleichzeitig der Name eines neuen 5-Sterne-Hotels, das derzeit im ehemaligen dänischen Gesandtschaftshaus im Botschaftsviertel am Tiergarten entsteht. „Wir wollen, dass Freunde uns in unserem Wohnzimmer besuchen“, erklärt Hoteldirektor Sven Brunssen die Philosophie, die hinter dieser Bezeichnung steht. Und bei einem kleinen Boutique-Hotel mit 81 Zimmern und Suiten rechne er auch mit einer sehr privaten Atmosphäre.
Fassade bleibt erhalten
Ursprünglich war die Eröffnung für den Herbst dieses Jahres geplant, doch durch den langen, kalten Winter verzögerten sich die Bauarbeiten, so dass nun am 15. Dezember das Softopening ansteht.
Bis dahin bleibt jedoch noch einiges zu tun im denkmalgeschützten Gebäude. „Wir konnten das Treppenhaus, den Eingang und die Fassade komplett erhalten, einiges ist auch abgerissen und neu errichtet worden, da nur sehr wenig vom Original noch vorhanden war“, sagt der Hotelchef, der in seiner Karriere bereits mehrere Hotels auf den Markt eingeführt hat, zuletzt das Banyan Tree in Bahrain.
Insgesamt haben drei spanische Investoren rund 37 Mio. Euro in den Bau samt Gebäude und Grundstück investiert. Dass die spanische Botschaft sich direkt neben dem das Stue befindet, sei jedoch reiner Zufall. So werden im zukünftigen Hotel nicht nur dänische, sondern auch iberische Akzente gesetzt. Ein Katalane, der Sternekoch Paco Pérez, gestaltet das gastronomische Gesamtkonzept und soll laut Brunssen „eine Küche etablieren, die es in dieser Form in Berlin noch nicht gibt“. Dabei sind außer saisonalen Produkten der Region Fisch und Meeresfrüchte die Hauptakteure der Pérez-Kreationen.
Insgesamt stehen im Restaurant rund 70 Plätze zur Verfügung, wobei dieses zweigeteilt sein soll: in einen Fine-Dining sowie einem All-Day-Dining-Bereich. Weiterhin vervollständigen eine Bar sowie eine Terrasse und ein Spa das Bild um den Innenhof des Gebäudes. Hier kann man durch ein Glasdach sowie der offenen Terrasse die weitreichenden Grünanlagen des direkt angrenzenden Zoos auf der einen sowie des Tiergartens auf der anderen Seite genießen.
Von den höheren Stockwerken der insgesamt fünf Etagen erhascht man zudem einen Blick auf Wildpferde oder Straußen und Antilopen. „Die Zimmer, die zum Zoo hinausgehen, sind ideal für Familien mit Kindern“, freut sich Brunssen. Grundsätzlich hofft man bei der Zimmerbelegung auf einen Durchschnitt von 63 Prozent im ersten Jahr sowie einer Rate von etwa 200 Euro. Die Räume sind groß – von 30 bis 80 Quadratmeter. 14 Zimmer verfügen sogar über Balkon oder Terrasse. Einige erinnern auch an die Geschichte des Gebäudes, beispielsweise die drei Suiten, die in den ehemaligen Empfangs- und Arbeitsräumen des Botschafters untergebracht sind.
Ehemaliger Telekom-Sitz
Später fanden hier die Seminare der Telekom statt, die zuletzt im 1939 erbauten Haus ihren Sitz hatte. Trotz der wechselvollen Historie wird die Gestaltung des Hauses von modernem Design geprägt sein. „Dabei wird es wohnlich bleiben“, betont Brunssen. Schließlich wolle man, dass sich die Gäste im Stue wohl fühlen und es sich gemütlich machen. Entspannung finden sie auch im 260 Quadratmeter großen Spa-Bereich mit eigenem Pool, drei Massageräumen, einem Gym, und einer Sauna. Eine dänisch-spanische Oase eben inmitten der Berliner City-West. Carla Marconi
