Nandine Meyden
ist Expertin für Umgangsformen,
gibt Seminare, ist im Fernsehen und als Buchautorin tätig
Foto: Archiv
Lange Zeit war es verpönt, einen Brief mit dem Wort „ich“ zu beginnen. Das Argument: Man stellt nicht sich selbst an den Anfang, sondern denjenigen, an den sich der Brief richtet. Die Begründung gilt immer noch, das mühsam in der Schule eingepaukte Procedere aber nicht mehr. Grund sind die vielen merkwürdigen Satzkonstruktionen abseits jeglicher Sprechlogik, zu denen die Regel führte.
Heute gilt also: Die Wünsche und Bedürfnisse des Adressaten sollen nach wie vor am Anfang stehen, doch das gelingt im Deutschen eben oftmals eleganter, wenn man den Satz mit „ich“ beginnt: „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen“ klingt eben moderner und vor allem unkomplizierter, als „Ihnen danke ich von ganzem Herzen“. Grundsätzlich gilt außerdem: Wer seine Botschaften so formuliert, dass sich das Gegenüber angesprochen und wertgeschätzt fühlt, der liegt richtig.
