Feiern die Genehmigung des neuen Schultyps:(von links) Otmar Bernhard (Bayerischer Landtag) mit den Kermess-Chefs Hans und Liebgard Passian, Thomas Schmatz (Mittelstandsunion) und Conrad Mayer (BHG-Kreisstelle München) Foto: Schule
MÜNCHEN. Die private Aus- und Weiterbildungsstätte Kermess in München-Pasing optimiert ihr Angebotsspektrum durch einen neuen Schultyp: In diesem Jahr startet die in München bisher einzige dreijährige Berufsfachschule für Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement.
Kermess-Chef Hans Passian, der die Genehmigung von der Regierung von Oberbayern nach langem Verfahren vor Kurzem erhalten hat, sieht in der neuen Ausbildung einen bedeutenden Schritt für die Zukunft: „Mit dem gleichzeitig damit erworbenen Fachabitur stellt der Schultyp eine Doppelqualifikation dar, das ist für Jugendliche eine echte Alternative.“
Österreich als Vorbild
Für junge Menschen in Deutschland gab es diese Art, einen Beruf zu erlernen und gleichzeitig das Fachabitur zu erlangen, bisher nicht. Im Gegensatz zu den Angeboten an österreichischen Tourismusschulen. Seit diesem Jahr bieten einige staatliche Berufsschulen die neue dreijährige Variante. In München ist das ausschließlich bei Kermess-Schule möglich. Die seit 80 Jahren renommierte Privatschule verfügt sogar über ein eigenes Hotel garni, um das „Learning by Doing“ speziell im Fachbereich Hotellerie zusätzlich zu unterstützen.
Voraussetzung für Bewerber ist die Mittlere Reife mit einem Notendurchschnitt in Englisch, Deutsch und Mathematik von 3,5 oder besser. Die Klassen mit maximal 25 Schülern werden unter der Regie des Schulleiters Hans Passian von den Lehrern der Kermess Wirtschaftsschule, der einjährigen Hotelberufsfachschule sowie zusätzlich ausgewählten Fachlehrern unterrichtet. Auf dem Lehrplan stehen Pflichtfächer von Deutsch und Englisch über Mathematik, Sozialkunde, Managementprozesse, Fachpraxis der Hotellerie und Gastronomie bis zu Veranstaltungswesen, Tourismusmarketing und Kulturmanagement. Außerdem gehören insgesamt zwanzig Wochen Praktika dazu, auf drei Jahre verteilt. „Wir haben dafür Zusagen von Münchner Gastronomiebetrieben sowie vielen Hotels, darunter die Fleming’s Hotels, das Kempinski Airport und die Accor-Gruppe“, so Passian.
Mehr Wahlmöglichkeiten
Die staatlich geprüften Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement können einerseits ein Bachelor-Studium etwa an der Fachhochschule für Tourismus beginnen, andererseits im Hotel oder Destinationsmanagement arbeiten, in einer Veranstaltungs- oder Reiseagentur, bei einem Touristikdienstleister, im Wellnesssegment oder im Freizeitpark. „Die Absolventen des dreijährigen Bildungsgangs können sich viel mehr Bereiche aus dem großen Kuchen aussuchen als mit der üblichen Berufsausbildung“, so der Schulleiter. Karin Gabler
