Daniela Georgi: Erste Anlaufstelle für die Gäste Foto: Petra Mewes
„Probleme werden zu Hause gelassen!“ Sobald Gabriele Georgi ihren Platz hinter der Rezeption einnimmt und die Lobby des NH-Hotels an der Leipziger Messe im Blick hat, entspannt sich ihr Gesicht. Dann freut sie sich auf den nächsten Gast, der ein- oder aus-checkt, nach dem Weg in die City fragt, eine Konzertkarte kaufen oder einen Tisch für das Abendessen im Restaurant reservieren will.
Schon während ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau im Galerie Hotel Leipziger Hof wusste sie, dass sie nach erfolgreicher Prüfung am liebsten eine Stelle an der Hotelrezeption annehmen möchte. „Mit liegt der Umgang mit Menschen und am Hotelempfang ist kein Arbeitstag gleich“, begründet sie ihre Entscheidung. Selbst in den Nachtschichten ist viel zu tun. Da müssen Anfragen bearbeitet, Telefonate geführt, Kassenbestände geprüft, Kontrollen vor- und nachbereitet werden.
Als stellvertretende Leiterin der Rezeption ist sie auch mit Aufgaben der Buchhaltung und Abrechnung betraut. Ob im Tages- oder Nachtgeschäft – die Mitarbeiter am Counter sind erste Anlaufstelle, wenn Gäste Fragen oder Probleme haben. „Nebenbei“ müssen sie alle eingehenden Telefonate annehmen oder weiterleiten. Beim Check-out gilt es besonders aufmerksam zu sein, damit auch alle Leistungen des Hotels dem Gast ordnungsgemäß in Rechnung gestellt werden. Vergisst doch so mancher aus Versehen seinen Minibarverzehr oder die Parkgebühren.
Da sie nach ihrer Lehrzeit sofort ins NH-Hotel wechselte und hier bereits die Voreröffnungsphase miterlebt hat, kennt die Fachfrau das Haus und den Beruf inzwischen aus dem Effeff. Zuhören ist das A und O. Auf keinen Fall darf man den Gast bei Kritik unterbrechen. Dann gilt die Devise: Ruhig bleiben und eine Lösung suchen. Manche Gäste laden ihren Frust einfach mal so an der Rezeption ab. „Dann geben sie uns die Schuld, wenn ihr Flieger Verspätung hatte, der Taxifahrer nicht schnell genug gefahren und die Weltwirtschaft in der Krise ist“, merkt sie an. Daniela Georgi weiß also auch um die Schattenseiten des Berufs: „Man braucht ein dickes Fell, muss oft mehrere Aufgaben gleichzeitig im Griff haben, immer auf den Punkt reagieren, stets gut drauf und acht Stunden voll da sein.“ Auch die Arbeit im 3-Schicht-System und die wochenweisen Dienstpläne fördern nicht eben das Privatleben. Dafür gibt es viele schöne Momente, zum Beispiel, wenn Stammgäste gern wieder kommen, Gäste oder ganze Reisegruppen sich für den guten Service bedanken oder Weiterbildungen anstehen, die über das eigene Haus hinaus Neues vermitteln. Auch das gehört zum Beruf: Bestätigung und Kontakte in alle Welt. Petra Mewes
